23. Dezember 2008

iPhone 3G - Easy Software Unlock


Die Operation dauert nur ein paar Sekunden, dann ist das iPhone frei: Mit einer kleinen Freischalt-Software soll sich Apples Handy bald mit beliebigen Sim-Karten verwenden lassen. Der Patch ist ein Durchbruch, der Sinn fraglich.

Das iPhone 3G ist entsperrt. Rund ein halbes Jahr haben die Entwickler von der Hackertruppe iPhone Dev Team gebraucht, um eine Lücke in Apples Sperrvorrichtungen zu finden. Doch jetzt soll es endlich gelungen sein, das iPhone 3G mit wenigen Mausklicks von seinen Fesseln zu befreien.

Bislang nämlich werden alle iPhones mit einer Netzsperre, dem sogenannten Simlock ausgeliefert. Dieser Mechanismus sorgt dafür, dass man das Handy nur mit Sim-Karten des Netzbetreibers benutzen kann, bei dem man es gekauft hat. In Deutschland wäre das T-Mobile. Mit Sim-Karten anderer Anbieter, wie etwa O2, Vodafone oder E-Plus, funktioniert das Gerät nicht.

Bisher jedenfalls. Denn die Software vom iPhone Dev Team soll den Simlock entfernen, das Handy für alle Netze freischalten. Wie das geht zeigte ein Mitglied des Entwicklerteams jetzt in einer Online-Konferenzschaltung, die als Video im Web bereitsteht.

In dem Mitschnitt ist zu sehen, wie eine iPhone-Spezialist, der sich als MuscleNerd bezeichnet, das Apple-Handy sekundenschnell entsperrt. Noch muss er dazu von Hand einen Befehl eintippen, später soll die Prozedur aber per Mausklick vonstatten gehen. Zudem, so betont das iPhone Dev Team, wird der Crack nur mit iPhones funktionieren, auf denen eine bestimmte Version der sogenannte Baseband-Software arbeitet.

Gelackmeiert sind deshalb all jene iPhone-Nutzer, die ihr Handy mit dem Simpel-Programm QuickPwn einem sogenannten Jailbreak unterzogen haben, um darauf Software installieren zu können, die es nicht über Apples iTunes Store gibt. Ebenso aus dem Rennen ist, wer sich die neusten Betriebssystem-Updates aufgespielt hat. In beiden Fällen verweigert der gerade entwickelte Freischalt-Patch seinen Dienst.

Fraglich ist ohnehin, wer die Freischalt-Software überhaupt noch braucht. Beim ersten iPhone waren die Beweggründe noch nachvollziehbar. Man konnte sich aus den USA ein gesperrtes aber günstiges iPhone mitbringen, zu Hause per Software entsperren und damit hierzulande telefonieren, noch bevor es das Handy hier überhaupt offiziell zu kaufen gab.

Beim iPhone 3G hingegen ist das anders. Um das Telefon zu kaufen, gibt es grundsätzlich nur zwei Wege: Entweder man kauft es inklusive Mobilfunkvertrag, den man dann aber auch vor Ort im Geschäft unterschreiben muss. Oder man besorgt sich ein iPhone 3G als Prepaid-Handy. Das gibt es zum Beispiel auch beim deutschen iPhone-Exklusivvertrieb T-Mobile, inklusive Prepaid-Sim-Karte. Ein solches vertragsfreies Apple-Handy schlägt allerdings mit mindestens 570 Euro zu Buche - und ist trotzdem per Netlock an das Netz von T-Mobile gebunden.

Interessant ist der Freischalt-Patch fürs iPhone also nur für jene Minderheit von Handy-Freaks, die unbedingt das Apple-Gerät haben wollen, sich aber partout nicht mit T-Mobile verbandeln wollen. Diese kleine Gemeinde wird Silvestertag 2008 wohl sehnlicher ersehnen als jeder Feuerwerks-Fan. Denn ab Silvester soll die Software online bereit stehen. Codename: yellowsn0w.